9. Tag

Sonntag 04.07.04
von Poitiers nach Aulnay en Saintonge
– Fahrzeit 6,25 h – Wegstrecke 93km – Summe 868km – Temperatur 18-31°C

Heute bin ich genau nach Plan die vorgesehene Tagesetappe gefahren nur, dass ich bereits einen Tag weiter bin als vorgesehen. Den Vorsprung der ersten Tage kann und will ich wegen Hitze und Gegenwind nicht mehr so weiter führen. Um acht ist also Abfahrt nach einem „smal talk“ mit einer franz. Familie auf dem Campingplatz, sie wollen am Abend in Toulon sein , und morgen mit der Fähre nach Korsika übersetzen.

mein Schatten

mein Schatten

Zunächst also wieder das nun schon hinreichend bekannte Stück von Nord nach Süd durch Poitiers. Gegen Mittag erreiche ich Melle, über Fontaine le Comte, Luisignan und Chenay, hier eine schöne alte romanische Dorfkirche, den Schlüssel gibt es im Restaurant gegenüber. Melle birgt gleich drei sehenswerte Kirchen: Saint Pierre, wo ich in ihrem Schatten meinen Bohneneintopf zurecht mache. Außerdem gibt es noch Saint Savinien und Saint Hilaire, die letzte ist die bedeutendste von den drei Kirchen. Ich fand das romanische Bauwerk beachtenswert wegen seiner Ausgewogenheit besonders von der Ostseite her gesehen. Pyramidenförmig steigen die Dächer der Konchen des Chores und des Hauptschiffes an. Darüber ragt ein mächtiger viereckiger Vierungsturm heraus, von einem gleichmäßigen Walmdach überdeckt. Über dem Nordeingang der Kirche thront ein prächtiges Reiterstandbild, es soll den den Kaiser Konstantin darstellen, zu seinen Füßen ein furchtsamer Heide wird vermutet. Gleich drei Kirchen, man könnte meinen, das ist viel zu viel für eine so kleine Stadt von heute kaum 20 000 Einwohnern. Die Opfergaben und die Wohltaten der Pilger, – das waren gewiss nicht nur arme Leute, – haben über die Jahrhunderte sicher zum Reichtum der Stadt begetragen.

Melle, Saint Pierre

Melle, Saint Pierre

Melle, Saint Pierre .....Petrus wird Menschenfischer

Melle, Saint Pierre …..Petrus wird Menschenfischer

Melle Saint Hilaire

Melle Saint Hilaire

Melle Saint Hilaire

Melle Saint Hilaire

Nach der Stadtbesichtigung entscheide ich mich spontan wegen der Hitze nur noch ein kleines Stück weiter zu fahren bis Brioux sur Bouronne. Auf einem Rastplatz nahe der Straße, schon etwas außerhalb habe ich es mir gemütlich gemacht, meine Wäsche gewaschen und aufgehängt. Sie ist im Nu wieder Trocken und während ich noch erwäge, mein Zelt aufzustellen, entschließe ich mich doch, weiter zu fahren, weil mir der Platz nicht so ganz geheuer erscheint. So fahre ich doch noch weiter bis ich in Aulnay en Saintonge ankomme.

Aulnay en Saintonge

Aulnay en Saintonge

Aulnay en Saintonge, Westwerk

Aulnay en Saintonge, Westwerk

 Aulnay en Saintonge, Tympanon

Aulnay en Saintonge, Tympanon

Einen Camping gibt es nicht, dafür ein herrliches Plätzchen gleich neben der Kirche unweit von einem Sportzentrum sogar mit WC und fließendem Wasser. Ich bin ganz alleine auf weiter Flur, doch hier fühle ich mich, etwas abseits von der Chaussee bei weitem geborgener. Am Abend vor dem Schlafengehen mache ich noch einen Spaziergang um die alte romanische Kirche mit ihrem seltsamen Friedhof. Leider ist die Kirche bereits schon lange verschlossen.

Reiseweg
zum 10. Tag

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