12. Tag

Donnerstag 04.August 05
Canobbio – Verbania – Novara – Vigévano
Fahrzeit 7:05 h – Tages-km 129 – Gesamt-km 1162 – Temperatur 22-35°C
– erkletterte Höhenmeter 3889 m

Es gab beim Frühstück noch einiges zu erzählen, so dass ich die Zeit ganz vergaß, so ist es bereits neun Uhr, als ich Canobbio verlasse. Zwar sind die Straßen meist ohne Radweg immer entlang dem Lago sehr eng und verkehrsreich und ich fahre sehr aufmerksam, aber es grünt und blüht überall, es ist ein grandioses Panorama eine herrliche Augenweide mit den Bergen im Hintergrund. Seit eh und je haben sich hier Künstler, Dichter und Denker niedergelassen, weil die klimatischen Verhältnisse hier geradezu ideal sind Das angenehme Klima hält gesund und regt an außer zum Zeitvertreib zum Malen und Philosophieren.

Burgruine Cannero

Burgruine Cannero

bei Verbania Blick ins Vale Dossola und zum Smplon

bei Verbania Blick ins Vale Dossola und zum Smplon

kleine Rast fast schon am Ende des Lago

kleine Rast fast schon am Ende des Lago

Bei Verbania muss ich dem See in einem weiten Bogen folgen, da sehe ich einmal weit hinein ins Vale Dossola bis hinauf zum Simplon Pass kann aber im seh schon die malerische Inselgruppe erkennen: le tre Isole Borromee, che sono la Isola Bella, la Isola Madre e la Isola dei Pescatori. Später passiere ich die bekannten Kurorte Stresa und Meina mit ihren kolossalen Kurhäusern aus dem 19. Jahrhundert. In Arona begegne ich Karl Borromäus, einem bedeutenden Kirchenmann, des 16. Jahrhunderts, er wurde hier geboren und wird hier besonders verehrt. Bald bin ich schon am Ende des Lago, die Berge weichen zurück. Dort wo der See den Ticino wieder frei gibt, komme ich in die große norditalienische Tiefebene, die ich heute und auch noch morgen durchfahren muss. Etwas eilig bin ich schon, denn ich erinnere mich an die vielen Stechmücken und das sonstige Ungeziefer in dieser Gegend. Deshalb halte ich mich nirgendwo sehr lange auf. Auch hat sich die Landschaft stark verändert, die Nähe zu Milano hat die Gegend in ein hektisches, hässliches Industriegebiet verwandelt, ein weiterer Grund, dass ich hier schnell hindurch will. Am Ortsausgang von Novara erlaube ich mir ein erfrischendes Eis. Dann endlich wieder eine ruhige Nebenstraße, ein schattige Pappelallee. Ich muss nun wieder öfters nach dem Weg fragen, um nicht schließlich doch in Mailand anzukommen. Ein Radrennfahrer hilft mir, den 10 km entfernten Campingplatz in Vigévano zu finden. Er fährt voraus und ich beginne zunächst zügig mit der „Verfolgungsfahrt“. Nach einer Weile hängt meine Zunge schon weit heraus. Schließlich kann ich sein Tempo nicht mehr mithalten und er hängt mich unbewusst ab. An der Kreuzung eines Waldweges weiß ich zunächst nicht mehr weiter, aber wenig später wartet er doch noch auf mich und führt mich hinunter in die Niederung. Der Campingplatz liegt ganz Nahe am Ticino mitten in einem Sumpfwald voller Stechmücken. Da hilft nur noch Autan. Ich ziehe mich ganz schnell in mein Zeltchen zurück, das wenigstens einigermaßen Schutz bietet. Morgen werde ich so früh wie möglich los, um mich von dieser Plage zu befreien. Das war der schmutzigste und teuerste Platz auf meiner ganzen Tour.

mein Reiseweg
zum 13. Tag

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