19. Tag

Mittwoch 14.07.04
von Santo Domingo de la Calzada nach Burgos
– Fahrzeit 5,63h – Wegstrecke 84km – Summe 1613km – Temperatur 10 – 32°C

Das war ein wunderschöner Tag heute durch die Natur. Als Eewoudt und ich um sieben losfuhren, war die Sonne noch hinter den Bergen versteckt und es dämmerte gerade. Dann ein herrlicher Sonnenaufgang, der große rote Sonnenball beginnt seinen Tageslauf ……Morning has broken,… denke ich bei mir und fange unwillkürlich an zu singen, erst ganz leise und dann immer lauter werdend.

...morning has broken....

…morning has broken….

Es wird heute sicher ganz schön heiß erkenne ich an der Konstellation der Wolken, im Augenblick zeigt das Thermometer gerade mal 10° Celsius. In der Kirche von Redecilla del Camino ist ein altes, reich ausgestattetes Taufbecken zu bewundern, das in einer sehr kunstvollen Arbeit die himmlische Stadt Jerusalem darstellt.

Taufbecken in Redecilla del Camino

Taufbecken in Redecilla del Camino

Hinter dem Ort zweigen wir nach rechts vom Hauptweg ab, weil in Eewoudts holländischen Pilgerführer diese Wegvariante als besonders schöne Strecke ausgewiesen ist. Und ich muss sagen, der kleine Umweg hat sich tatsächlich gelohnt. Zwar waren fünf Anstiege bis 1000 m über NN zu überwinden aber so eine bunte Blumenheide habe ich selten gesehen. Da waren Wicken in allen Farben, weiße und violette Margeriten, Klatschmohn, Kornblumen, Wegwarten, und blühend gelber Hornklee, um nur einige der Blumen zu nennen, einzigartig dieses bunte Farbenspiel der Natur.

Wir halten In San Juan de Ortega einer ehemaligen Klosteranlage, hier gibt es inzwischen auch wieder eine Bleibe mit allen Annehmlichkeiten für die Pilger. Bei Santovenia verlassen wir allmählich die Montes de Oca und in bequemer Fahrt geht es hinunter in die Hochebene. Wir stehen vor den Toren von Burgos. Man gelangt auf dem camino an die Brauerei San Miguel. Der Inhaber lässt es sich nicht nehmen jeden Pilger mit einer kühlen Flasche Cervezza aus seiner Produktion willkommen zu heißen, jedoch gibt es nur Alkoholfreies. Mit offenem Mund stehe ich staunend vor Bewunderung nun schon zum dritten Mal vor der unbeschreiblich schönen Kathedrale. Es ist eines der vollkommensten und harmonischsten Werke der gotischen Baukunst in ganz Spanien. Man Betritt das Gotteshaus zur Besichtigung durch das angrenzende Museum. Als Pilger erhalte ich die Eintrittskarte zum reduzierten Preis für 1,50 €. Ich werde wahrscheinlich, um in den Himmel zu kommen auch ein paar Euro mitnehmen müssen.

Burgos die Kathedrale von Osten

Burgos die Kathedrale von Osten

Osteingang

Osteingang

Vierungsturm

Vierungsturm

filigranes Maßwerk des Vierungsturmes

filigranes Maßwerk des Vierungsturmes

 

Burgos, die Kathedrale in der Abendsonne

Burgos, die Kathedrale in der Abendsonne

Weiter draußen, außerhalb von Burgos nicht weit von Fluss bei der Universität sind zwei große Baracken als Pilger-Herberge aufgestellt. Allerdings müssen Radpilger noch warten bis zum Abend um sechs, denn die zu Fuß haben Vorrang. Ich habe mich unterwegs schon öfter gefragt, warum dieses Privileg? Wie alt muss ich sein, und wie viele Kilometer muss ich bereits zurück gelegt haben, um dem „Pilger zu Fuß“ gleichgestellt zu werden. Da steigt doch eine ganze Gruppe aus dem Bus frisch und ausgeruht und belegt mit einem Schlag die Hälfte der Herberge. Sei’s drum, wir haben beide auch noch ein Bett bekommen, konnten uns duschen und unsere Wäsche in Ordnung bringen. Am Abend fuhren wir dann nochmals zum Essen und für ein Spazierfahrt in die Stadtmitte.

Reiseweg
zum 20.Tag

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