18. Tag

Dienstag 13.07.04
von Los Arcos nach Santo Domingo de la Calzada
– Fahrzeit 6,2h – Wegstrecke 80km – Summe 1529km – Temperatur 11 – 32°C

In den Herbergen werde ich nun jeden morgen rechtzeitig geweckt, denn die Pilger zu Fuß stehen meist viel früher auf, noch vor Sonnenaufgang. So stehe ich meistens um halb sechs auf, mache mir mein Frühstück zurecht, was sonst kaum jemand tut. Es kommt mir halt „spanisch“ vor, wie man sich so ohne Frühstück auf den Weg machen kann. Bereits eine Stunde nach dem Aufstehen bin ich wieder auf dem Weg. Beim Verlassen von Los Arcos passiere ich an einer Kreuzung die Guardia Civil (Polizeiposten). Und da zwei Wege den Hinweis nach Logrono zeigen, frage ich sicherheitshalber, welcher der für mich bessere Weg ist. Das habe ich mir längst zum Grundsatz gemacht; lieber einmal mehr fragen, als nachher einen weiten Umweg zu machen. Es ist wieder recht hügelig, ganz gut, dass ich bereits gefrühstückt habe. Auf diesem Abschnitt wird davon abgeraten mit dem Rad den Pilgerweg zu benutzen, er ist stellenweise unpassierbar und gefährlich. Vorbei an Sansol komme ich nach Torres de Rio auf der N 111 und vor Viana folge ich endlich wieder dem camino durch den Ort.

in Viana, die erste Bar am Platze

in Viana, die erste Bar am Platze

Viana, der Pilgerweg mitten durch den Ort

Viana, der Pilgerweg mitten durch den Ort

Ein Kaffee und ein Croissant in der ersten Bar am Platz, ein Anruf nach Hause, und schon geht’s weiter immer bergab,

camino rojo

camino rojo

Michelangelo in Logrono

Michelangelo in Logrono

vor mir liegt bereits Logrono Der Name klingt wie eine Melodie in meinen Ohren. Auf einmal ist der Asphalt des Pilgerweges rot gefärbt, so muss niemand mehr suchen wo es lang geht. Logrono hat ein prächtige Kathedrale, dessen Westwerk wegen der Restaurierungsarbeiten leider immer noch eingerüstet ist. In der Mitte des Umgangs um den Chor habe ich das Bild einer Kreuzigungsgruppe entdeckt, fast eine Miniatur, die Michelangelo gemalt hat. Seltsam sind oft die Wege solcher Kunstwerke denke ich bei mir und habe bei dem Gedanken die Idee, vielleicht hat ein reicher Pilger das Bild bis hierher mitgebracht. Der Weg von Logroño aus der Stadt heraus ist wieder genauso mühselig wie im letzten Jahr, weil man unweigerlich auf die Autobahn ähnliche Umgehungsstraße gelangt, ohne recht zu wissen ob man als Radfahrer dazu berechtigt ist. Man darf, wird mir bestätigt. Aber als ich am Ende dann auch noch die Autobahnauffahrt benutzen soll, da stehen mir die Haare zu Berge, und prompt bin ich verkehrt. Dann also acht Kilometer Umweg über Fuentemajor und wieder zurück nach Navarete, wo es auf dem rechten Weg wieder in Richtung Najera weitergeht.

......immer weiter bis ans Ziel

……immer weiter bis ans Ziel

ein Refugio wie in alter Zeit

ein Refugio wie in alter Zeit

was für ein Komfort, gleich zwei Pferde

was für ein Komfort, gleich zwei Pferde

Sto Domingo de la Calzada, in der Herbergsküche der Confradia del Santo

Sto Domingo de la Calzada, in der Herbergsküche der Confradia del Santo

Manchmal haben Umwege ja auch eine gute Seite, denn sonst hätte ich Eewoudt wahrscheinlich nie wieder getroffen. Wir haben heute das gleiche Ziel, Santo Domingo de la Calzada, – die Stadt mit der sonderlichen Story von dem Geflügelpaar. (siehe meinen Bericht Santiago 2003).
Hier kenne ich die komfortablere der beiden Herbergen, das Haus der Confradia del Santo. Eine Neuigkeit, die mich sehr stört: der Pilger muss Eintritt bezahlen, um die Kathedrale betreten zu können. Ich bin aus Protest nicht hinein gegangen. Aber ich möchte an dieser Stelle mein Missfallen äußern, und diesen Umstand gerne anprangern. Eewoudt und ich haben nach einem Rundgang durch die Stadt in einem Restaurant gemeinsam zu Abend gegessen und beschlossen, dass wir morgen nochmals einen Tag gemeinsam weiterfahren.

Reiseweg
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