31. Tag

Montag 26.07.04

mit dem Bus von Santiago nach Barcelona
– Fahrzeit 17 h – Wegstrecke (1250)km – Summe 2148km – Temperatur bis 20-30°C

In der „Station de Autobusses“ in Santiago: In Gedanken habe ich schon Abschied genommen von der Stadt von seinen Bewohnern von den Pilgern, ich bin nun kein Pilger mehr, sondern ein ganz gewöhnlicher Tourist, der mit den modernen Mitteln unserer schnelllebigen, hektischen Zeit so bald als möglich wieder nach Hause kommen möchte. Zuvor war ich mit Ute und Hannah ins nahe Einkaufszentrum zum Frühstücken, Ute lässt es sich nicht nehmen, mich diesmal einzuladen. Als der Laden öffnet versorgen wir uns mit ein paar Lebensmitteln für mich bedeutet es ja, dass ich mich für die kommenden beiden Tage der Rückreise mit Proviant versorgen muss. Folgendes habe ich eingekauft: Zwei halbe Liter Flaschen Wasser, Ein Liter frisch gepressten und gekühlten Orangensaft, ein Brot, ein gutes Stück Pata Negra (ein ganz besonders guter Schinken von Schwarzfußschweinen), eine Tetilla (Käse), einen Linseneintopf für heute Mittag und etwas Obst und Tomaten. Ganz gut, wenn man auf einer so langen Busfahrt immer etwas Essbares dabei hat. Gegen zehn verabschiede ich mich von den beiden, denn sie fliegen um 14 Uhr über Barcelona nach Berlin zurück. Es ist 11 Uhr, ich habe noch 4 Stunden Zeit bis zur Abfahrt. Zu Mittag bereite ich mir mein Essen draußen auf den Stufen vor der Wartehalle, ganz praktisch, denn ganz in der Nähe ist eine Wasserstelle, da kann ich nachher alles wieder reinigen und sauber einpacken. Es bleibt halt immer noch ein Hauch Pilgerleben übrig. Nach dem Essen beginne ich mein Rad zu verpacken. Das geschieht mit einem Klebeband und einem Karton, die Sachen hatte ich mir schon am Samstag besorgt. Die Pedale schraube ich ab, aus dem Karton schneide ich mir jeweils eine Verpackung für Lenker, Tretkurbel, Kette, Schaltung, Rücklicht und Sattel zurecht, und mache sie mit dem Klebeband fest. Ein einfache billige Methode, so ist alles geschützt und niemand kann sich daran verletzen. Nachher muss ich nur noch das Vorderrad ausbauen. Pünktlich kurz vor drei trifft der Bus ein, noch ein kleines Problem, denn der Fahrer hat nicht mit so vielen Rädern gerechnet, jeder von uns sieben bangt um sein Rad, doch hätten schließlich auch noch drei Räder mehr in dem Unterflur-Gepäckraum Platz gefunden. Die Busfahrt führt zunächst über la Coruña nach Norden, dann aber geht es ostwärts nach Lugo. Nun wird die Rückfahrt plötzlich interessanter für mich, denn kurz vor Sarria komme ich an eine Kreuzung, die ich gleich wieder erkenne, es ist ja erst ein paar Tage her seit ich da vorbei geradelt bin. Nun spult sich der Film meines Pilgerweges ein Stück rückwärts ab. Der Bus fährt auf der autopista vorbei an den Orten: Petrafita, Villafranca, Cacabelos, Ponferrada, Astorga, Leon, frustrierend nur, was der in nur einer Stunde zurücklegt, dafür habe ich mit dem Rad einen ganzen Tag benötigt. In Burgos, als ich wieder aufwache, ist es bereits stockdunkel. In Zaragossa hält der Bus für eine willkommene Pause zum Beine vertreten und zum Kaffee trinken. Recht frisch ist es draußen. Von meinem Brot hatte ich mir zwei Bocadillos zurecht gemacht, eins mit Schinken, eins mit Käse und kann mir nach belieben immer ein Stück abschneiden. Der Apfelsinensaft ist schon längst zu Ende, aber ich habe ja noch die beiden Wasserflaschen……..

Reiseweg
zum 32. Tag

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