22. Tag

Sonntag 14. August 05 –

Tagestrecke 74 km – Gesamtstrecke 2027

Tages-Thema – Das Antike Rom

Zu Beginn einer Tagestour lege ich meine Wegstrecke mit einem Marker fest. Mit dem Rad durch Rom zu fahren bereitet mir keinerlei Probleme, im Gegenteil ich erreiche schneller, als jedes andere Verkehrsmittel, ohne große Anstrengung mein Ziel. Dabei habe ich noch den großen Vorteil eines Parcours mit einem Themenbezug und bin ich nicht örtlich gebunden, sondern kann einen vergleichenden Rundgang abhandeln.

Mausoleum des Augustus – Ich bin ich einmal drum herumgefahren. Kaiser Augustus hat das Grabmal noch zu Lebzeiten um 29 v. Chr. für sich und seine Familie auf dem Marsfeld bauen lassen. Ein klassischer Rundbau in Anlehnung an das Grabmal Alexanders des Großen in Alexandrien, erinnert aber auch an etruskische Hügelgräber

Mausoleum des Augustus

Mausoleum des Augustus

Pantheon

Pantheon

Das Pantheon ist ein faszinierendes Beispiel antiker Baukunst schlechthin. Ursprünglich den Planetengöttern, voran Mars und Venus geweiht ist es heute die Kirche Santa Maria ad Martyres. Der kreisrunde Raum wird überdeckt von einer im Durchmesser 43 Meter großen Kuppel eine architektonische Meisterleistung der Antike.

Forum Romanum – Auf der Via Sacra und der Via Nova, den beiden Hauptstraßen bin ich ein paar mal auf und ab gegangen. Der Markt erstreckt sich zwischen Kapitol und Colosseum einerseits und der Via dei Fori Imperiali und dem Palatin andererseits. Ausgestattet mit zahlreichen Tempeln, Triumphbögen, Versammlungs- und Gerichtsgebäuden diente er hauptsächlich der Repräsentation. Es ist das bedeutendste der antiken römischen Kaiserforen. Man kann sich unschwer den Glanz und die Pracht vergangener Tage vorstellen. Leider waren solche Plätze lange Zeit hindurch vortreffliche Materiallager, derer sich jeder bedienen konnte.

vom Forum Romanum zum Palatin

vom Forum Romanum zum Palatin

Colloseum

Colloseum

Colosseum – Das Wahrzeichen Roms, das größte Amphitheater des römischen Weltreiches; 80 nach Chr. unter Titus vollendet, in dem Spiele zu Land und zu Wasser stattfanden. „Panem et Circenses“ (Brot und Spiele) für das Volk dieses Propaganda-Schlagwort wurde hier geprägt, in dem viele Christen, als Martyrer ihr Leben lassen mussten.

Circus Maximus – Die Ruine lässt noch die riesigen Ausmaße dieser Arena erkennen, in der zwischen vier rivalisierenden Parteien heftige Wagenrennen oft mit tödlichem Ausgang stattfanden. Es waren die Formel 1 Rennfahrer der Antike. Ich hatte den Vorzug mit meinem Rad, die Länge der Rennbahn einmal zu durchmessen, und fand heraus, eine Runde beträgt ziemlich genau einen Kilometer Obwohl das Urmeter noch gar nicht erfunden war. Ganz in der Nähe, gleich am Tiber auf dem ehemaligen Forum Boarium (Tiermarkt), stehen zwei antike Tempelchen, der Runde dem Herkules, der Rechteckige Portunus dem Hafengott geweiht. Gegenüber die Kirche Santa Maria in Cosmedin mit der Bocca della Veritá, der „Mund der Wahrheit“ will ich kurz erwähnen. Der eines Meineids bezichtigte musste seine Hand da hinein stecken; hatte er nicht die Wahrheit gesagt, so wurden ihm die Finger abgebissen.

Circus Maximus

Circus Maximus

Herkules Tempel

Herkules Tempel

Portunus Tempel

Portunus Tempel

der Autor bei der Bocca della Veritá

der Autor bei der Bocca della Veritá

Via Appia Antica – Ein besonderes Highlight des heutigen Tages. Unweit des Circus Maximus beginnt diese bedeutendste, besterhaltene Straße des antiken römischen Straßennetzes. Sie führte bis nach Brindisi an der Adria und ist in großen Teilen in ihrer urprünglichen Art, so wie vor 2000 Jahren noch erhalten. Vorbei an den Caracalla Thermen in Richtung Porta San Sebastiano wechselt die Straße unmittelbar hinter der Stadtmauer ihren Namen und heißt nun Via Appia antica (als Radfahrer darf man auch schon mal gegen die Einbahnstraße fahren. Zunächst kommt man an der Quovadis Domine Kirche, und an den Katakomben San Sebastiano und San Calisto, dann die große Überraschung, ich fühle mich plötzlich wie mit „einer Zeitmaschine katapultiert“ 2000 Jahre zurück versetzt. Eine Heer- und Handelsstraße der Antike, Das gewölbte Pflaster aus großen unregelmäßigen Basaltblöcken ist streckenweise bestens erhalten, mit Bordsteinen und seitlichen Gehwegen. Eine unendliche Reihe von Schirmpinien säumt die schurgerade Allee links und rechts der Straße Grabstelen, Standbilder, Erdhügel, sogenannte Tumuli und Rundgräber, dann das kolossale Mausoleum der Cecilia Metella. Das alles strahlt in dieser Einsamkeit eine große Ruhe und Ausgeglichenheit auf mich aus. Auf der scheinbar unendlichen Straße sind kaum eine handvoll Menschen. Von hier aus habe ich den Eindruck, als könne ich in die Ewigkeit schauen. Ich stelle mir vor, wie die Römer an Festtagen wohl hinausgegangen sind, um ihren toten Familienangehörigen nahe zu sein, um mit ihnen zu feiern, womöglich zu grillen und Picknick zu machen. Ganz erfüllt von diesem Erlebnis kehre ich wieder zurück. Später werde ich auf dem Campingplatz Laëtitia, Mathilde, Magalie und Benjamin von meinem Erlebnis berichten und werde versuchen sie ein wenig in diesen Bann mit einbeziehen.

Via Appia

Via Appia

Santuario della Madonna del Divino Amore

Santuario della Madonna del Divino Amore

Ich bin dem Hinweis Luigis gefolgt habe an meinem heutigen Ausflug noch einen kleinen Abstecher angehängt. Denn ganz in der Nähe der Via Appia, gibt es eine Wallfahrtskirche, das „Santuario della Madonna del Divino Amore“. So sagte mir Luigi, für jeden christlichen Sportler sei es ein „Muss“, dort hinzugehen, um Dank zu sagen und um den Segen zu bitten. So habe ich es auch gemacht und bin zum Heiligtum an die Via Adreatina gekommen, habe dort eine Kerze angezündet und später draußen vor der Kirche einen frischen vino bianco getrunken. Erst spät am Abend bin ich, erfüllt von den Erlebnissen des heutigen Tages, wieder auf den Camping Roma zurückgekommen.

mein Reiseweg
zum 23.Tag

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